| Geschrieben von Stefan Kalin,
am 29-04-2008 10:14
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Nachdem ich nun selbst einmal ein herzeigbares Flügchen zuwege gebracht habe und die Streckenflugberichte der Anderen sehr gerne lese, hab ich mich dazu entschlossen selbst einen zu schreiben.
Alles begann eigentlich schon am Freitag davor mit einem Telefonat. Ich fragte Cosy wie sein Flug am Donnerstag (26.4) in Slowenien so war. Anschließend kamen wir noch auf das Wetter am Wochenende zu sprechen und meine Meinung, dass der Sonntag gutes Streckenwetter verspricht wurde von Cosy bestätigt. Daraufhin wurde weiter fleißig das Wetter auf diversen Wetterseiten beobachtet. Der Samstag sah zwar auch nicht so schlecht aus, wurde dann aber aufgrund des doch sehr starken Windes nicht zum Fliegen genutzt sondern faul zu Hause verbracht.
Abends hab ich dann nochmals mit Peter Wallner telefoniert um zu fragen, ob ich mich an ihm anhängen dürfte. Auch er meinte, dass der Sonntag viel verspricht. In der Nacht selbst habe ich nicht gut geschlafen. Trotzdem verspürte ich beim Weckerläuten am Sonntag in der Früh keine Spur von Müdigkeit - muss wohl an der Aufregung bzw. freudigen Erwartung gelegen haben, die mich schon Samstagnachmittag ergriffen hat.
Abfahrt in Treffen war dann um 7:50 Uhr und somit konnten wir (meine Freundin Daniela und mein Vater waren mit von der Partie) dann um 8:50 Uhr das Shuttle zum Startplatz besteigen. Auf dem Weg zum Startplatz noch ein kurzes Telefonat mit Peter der zur Eile mahnte, da schon um 9:15 Uhr die ersten Bummerln zu sehen waren. Er teilte mir auch mit, dass sie sich am oberen Ost-Startplatz befinden.
Gott sei Dank konnten wir unseren Taxifahrer überreden uns soweit es ging zu fahren und ich muss ehrlich zugeben, ich wäre bei der Fahrbahn nicht soweit gefahren, sodass wir dann nur noch ca. 15-20 min Fussmarsch bis zum Startplatz hatten. (Dieser Marsch stellte sich als sehr nützlich heraus. Denn wenn man sich die Massen an Piloten am Drachenstart angeschaut hat dann konnte man sagen bei uns wars trotz 10 bis 15 Piloten richtig idyllisch.)
Dort angekommen begrüßten wir kurz Peter und die Mitglieder des Transalpin Express.
Daniela beschloss einen Morgenflug zu machen und wurde von uns gleich als charmanter Thermikdummy eingeteilt. Ich glaube es war der Wolfgang Bernhard der gesagt hat: „Mädl kannst du bitte beim Rausfliegen da mal kurz links rüberfliegen?“ Als Daniela kurz nach dem Start eine leichte Linkskurve einleitete begann sie auch prompt zu steigen, dass war um ca. 10:10 Uhr. Sofort ertönten Rufe wie: „Donkschen vülmols!“ und „Passt schon“. Daraufhin brach auch dann sogleich rund herum Starthektik aus.
Um 10:20 Uhr bin ich dann als einer der Ersten gestartet und konnte sofort an den von Daniela perfekt angezeigten Bart einsteigen und aufdrehen. Währendessen konnte man zusehen, wie beinahe im Sekundentakt die Schirme vom Drachenstartplatz abhoben. Die müssen uns beobachtet haben. ;-)
Am Knotenberg ging es nicht wirklich gut hoch und darum entschloss ich mich recht bald dazu trotz geringer Höhe die Querung durchzuführen, da die Ostflanke des Mokarspitzes gleich ausgerichtet wie der Starthang war und ich mir daher gute Thermik versprach und so war es auch. Hier verlor ich dann Peter aus den Augen der hier mehr Höhe machte. Beim Weiterflug zur Stromleitung flog ich hinten durch den Kessel den Wolken entlang was zwar der weitere Weg ist, mir allerdings als der Sicherere vorkam. Beim Annaschutzhaus sah ich auch den Peter wieder, der ist leicht zu erkennen mit seinem blitzenden Schirm.
Die Querung zum Zettersfeld flogen wir dann gemeinsam. Dort angekommen hatte ich allerdings anfangs das Problem den Bart richtig zu zentrieren und bin 2mal mit einhergehendem Klapper rausgefallen. Allerdings gings nicht nur mir so.
Aus einer Gruppe von mehreren Piloten hatte es Peter am Besten erwischt, denn auf einmal war er 200m höher als die anderen und trat dann auch die Querung zum Hochstein an. Ich flog erst weg als er schon dort war und so verlor ich ihn dann aus den Augen, hatte allerdings noch immer genug Gesellschaft.
Am Hochstein angekommen fand ich schnell den Bart der mich zur Basis und somit zu einer perfekten Wolkenstrasse brachte. Von hieran wurde es dann richtig knackig zu fliegen.
Doch man kam schnell voran einfach von Wolke zu Wolke und wenn man einmal etwas tiefer ankam einfach wieder aufdrehen. Beim Thurntaler angekommen entschied ich mich trotz einladender Wolkenstrasse im Pustertal mich auf den Rückweg zu machen. Schließlich wäre mein Ziel der erste 100er leicht zu erreichen wenn ich noch ein paar km fliegen würde und ich wollte die Aufgabe unbedingt schließen. Ich querte vom Thurntaler direkt ins Lesachtal dabei hatte ich kaum sinken und so ging es weiter. Zwar gab es hier keine so stark ausgeprägte Wolkenstrasse wie von Lienz bis Sillian trotzdem ging es überall hoch und ich drehte wirklich nur um auf der sicheren Seite zu sein. Hier waren dann auch Steigwerte von 7-9 m/s keine Seltenheit. Ab den Riebenkofel wurde mir dann auch langsam bewusst, dass ich den ersten 100er geschafft habe und ich nahm mir vor den letzten Schenkel soweit wie möglich auszudehnen. Mir schwebte die Windische Höhe als 3.Wendepunkt vor.
Doch leider begann ab diesen Zeitpunkt mein rechtes Handgelenk und auch die Finger zu schmerzen und trotz nur mehr links drehen wurde es nicht besser. Das war auch der Grund weshalb ich mich dazu durchrang über Weißbriach zum Landeplatz zurück zu kehren. Ich genoss die letzen Meter und die Aussicht auf den Weissensee noch in vollen Zügen und setzte dann zur Landung an.
Am Landeplatz traf ich dann Edith und Daniela die mir zu meinem Flug gratulierten.
Am Nachhauseweg war ich überglücklich, gespannt wie weit ich wirklich geflogen war (ich schätze 120-130km) und vor allem hungrig. So aß ich die Müsliriegel und Bananen die ich eigentlich im Flug essen wollte, doch die im Auto liegen geblieben waren.
Zuhause wurde der Flug sofort eingelesen und übertragen und meine Schätzung wurden übertroffen 139,92 km.
Ich bin mehr als zufrieden mit dem Flug. Obwohl im Nachhinein betrachtet wäre auch der 200er drinnen gewesen. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Und das Ziel waren ja die ersten 100km die 200 kommen als nächsten dran.
Fürs nächste Mal muss die Flugvorbereitung allerdings etwas besser ausfallen. Vor allem die Strecke ins Pustertal muss ich mir auf Google Earth noch genauer ansehen und einprägen. Das Essen darf nicht mehr im Auto vergessen werden und ein bisschen mehr Konditionstraining wäre sicherlich auch nicht von Nachteil.
Ich hoffe ich konnte euch mein Erlebnis näher bringen und es hat euch gefallen.
Man sieht sich bestimmt bald wieder in der Luft.
Stefan
Link zum Flug: http://www.xcontest.org/austria/fluge/fluginformationen:stef1203/27.4.2008/08:20 |
super bericht
Geschrieben von: Dina86 (Registriert ) am 29-04-2008 10:53
tollen bericht host do gschrieben, steh imma wieder gerne als "thermikdummy" zur verfügung :-)
kuss deine maus