Es war der 21.06 2008, am Abend zuvor sagte mein Schatz „morgen schaut`s aber gut aus unten, runter mit dir. So stand für mich fest, ich fahr nach Slowenien. Noch einige Fliegerkollegen anrufen,- in der Hoffnung das jemand mit mir mitfährt, aber leider (weil Wettervorhersage sehr labil war) ging’s dann allein nach Kobarid zum Fliegen.
Es war schon ein komisches Gefühl, niemand am Landeplatz, auch Klaudi der sonst immer mit dem Bus zur Stelle ist, war nicht zu erreichen. So fuhr ich mit einer Gruppe von Deutschen zum Stol.
Am Startplatz angekommen sah alles anders aus als rosig, kein Wind und natürlich auch keine Thermik. Ich dachte mir na ja was soll´s entweder es geht oder auch nicht. Endlich kurz vor 12h starte ich als zweite und los ging´s Richtung Gemona.
Mit ca. 1700m flog ich vom Stol ab, bis zur Grenze gings ganz gut, deshalb war ich sehr motiviert. Weit und breit keiner zu sehen, aber doch, da kommt einer hinter mir! Super denk ich mir , den flieg ich jetzt nach, aber falsch gedacht , der machte mir zu viel Höhe , der kann mich mal und so ging’s wieder allein weiter mit einer Höhe von 2100m, super. Drüben in Gemona angekommen, war´s ganz schön bockig, deswegen gleich wieder retour. Ganz passabel flog ich wieder zurück und jetzt schon, ein irre gutes Gefühl in mir. Beim Stol kurz überlegt, was machen, na zurück nach Gemona! Und somit war das Malheur nicht mehr aufzuhalten. Kurz nach der Grenze verlor ich dermaßen an Höhe dass es richtig kritisch wurde, denn in diesem Abschnitt gibt es ca. 4km nichts zum Landen. Ein schnelles Stoßgebet zu Himmel,- bitte tragt mich aus der Gefahrenzone raus! –und siehe da, mein Gebet wurde erhört!
Am Stol hatte ich einen Bart bis auf 2100m, mein Herz lachte vor Freude. Mit dieser Höhe runter bis nach Tolmin. Endlich, hier sind mindestens 15 Flieger in der Luft, ich fühle mich richtig wohl. Verbringe noch einige Zeit am Kobala bevor ich den Rückflug antrete. Mach mir aber nicht zuviel Hoffnung, da ja mein Beschleuniger am Start gerissen ist und ich gegen den Westwind fliegen muss. Aber es ging so entspannt zurück ich konnte mich richtig ausrasten. Den Landeplatz von Kobarid im Auge ging´s fast von allein, ich verlor fast nichts von meiner Höhe. Da höre ich meinen Bruder im Hinterkopf, Flieg so lange es geht, den jeder Meter zählt, und so schaffte ich es zurück zum Stol. Jubelnd vor lauter Freude musste ich mich selber ermahnen, die letzten Kilometer zum Landeplatz konzentriert zu Fliegen, denn nach so langer Zeit war ich doch so ziemlich Schlapp
Mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl landete ich in Kobarid. Das Handy raus: „Hallo Schatz bin gut gelandet, hab’s geschafft nach Gemona!“
Liebe Fliegergrüße Edith
|
|
|
Bravo Edith ...
Geschrieben von: Ewald (Registriert ) am 09-07-2008 11:58